Web-Analyse für Journalisten
Auch Edelfedern müssen wissen wo die Auflage herkommt. Die Web-Analyse zeigt Ihnen, wo Ihre Fans herkommen und was sie besonders an Ihrem Angebot schätzen.
©Joachim S. Müller
So läuft der Hase - die Webanalyse findest es heraus
Web-Anlyse, muß das sein?
Yo, muß sein! Sonst Blindflug! Eine Web-Analyse ist des Web-Masters künstlicher Horizont, Leuchtturm und Heulboje. Die Web-Analyse weist den Weg und warnt vor Gefahren. Außerdem kann man die Web-Analyse auch zur Schatzsuche einsetzen.
Genug der Motivation?
Let´s rock
Egal ob direkte oder indirekte Vermarktung: Ziel einer jeden Content-Web-Site (vulgo Blog) muß Reichweite sein. Reichweite ist erst einmal "Zahl der Leser". Dabei spielt es keine Rolle, ob die Leser auf die Web-Site kommen, den RSS-Feed abonnieren oder eine mobile App nutzen.
Als Kennzahl ist das aber zu ungenau, das müssen wir weiter differenzieren. Folgende Faktoren müssen wir verfolgen
- Zahl der Leser
- Zahl der wiederkehrenden Leser
- Engagement, d.h. Zahl der Aktionen, die die Leser ausführen. Das können Seitenabrufe, Downloads, Retweets oder Newsletter-Abos sein.
- Stickiness, d.h. wie viel Zeit verbringen die Nutzer pro Besuch auf der Web-Site?
Ziele festlegen
Nachdem feststeht, welche Daten wir brauchen, müssen wir jetzt die Ziele festlegen. Wichtig dabei: Sie sollten sich für jede Kennzahl ein konkretes Ziel setzen.
- Die Zahl der Leser soll steigen. Welche konkrete Zahl halten Sie für realistisch? 10% Steigerung pro Monat, eine Verdopplung in einem halbe Jahr? Sie entscheiden, aber ein konkretes Ziel, eine konkrete Zahl muß her.
- Wie sieht es mit der Zahl der wiederkehrenden Nutzer aus?
- Wollen Sie diesen Anteil proportional zur Gesamtleserschaft steigern,
- oder wollen erst einmal Reichweite zusammenbringen und dann die Zahl der wiederkehrenden Nutzer steigern,
- oder wollen Sie sich einen kleinen, elitären Kreis aufbauen, der täglich vorbei schaut?
- Beim Engagement beschränken wir uns auf die Zahl der Seitenabrufe. Hier ist Fingerspitzengefühl und Augenmaß gefragt. Mehr Seitenabrufe pro Besuch sind sicherlich wünschenswert. Aber: Finger weg von der Klickstrecke, das ist unethisch! Verführen Sie die Nutzer durch geschickte Verlinkung mit thematisch passenden Artikeln Ihres Angebots zu mehr Pageviews.
- Stickiness: Länger ist besser, aber auch hier gilt: Nur die freiwillige Verweildauer zählt - lausige Ladezeiten sind kein Qualitätskriterium.
Die KPIs
KPI heißt Key Performance Indicator, so nennen die Web-Analytiker die Kennzahlen. Diese 4 Kennzahlen sind für Sie wichtig:
- Zahl der Leser
- Anteil der wiederkehrenden Nutzer in Prozent.
- Seitenabrufe pro Besucher
- Verweildauer pro Besuch
Die Umsetzung
Legen Sie eine Excel-Tabelle an und und tragen Sie die Zahlen jeden Monat ein. Am besten legen Sie für jeden KPI noch eine Grafik an. Das macht die ganze Sache anschaulicher.
Schätze finden mit der Web-Analyse
Schon mal von Demand Media gehört?
Demand Media analysiert Suchanfragen,leitet daraus ein Nutzerinteresse ab und läßt dann Artikel zu diesen Themen schreiben. Diese Texte werden dann mit passenden Anzeigen versehen und DM verdient an den Klicks. So das Geschäftsmodel im Groben. Demand Media setzt das sehr erfolgreich um und liefert seinen Anzeigenkunden jeden Monat mehr als 3 Milliarden Klicks (Eigenangabe).
Was Demand Media kann, können Sie schon lange. So geht´s
- Stellen Sie eine Liste der Suchphrasen und der zugehörigen Seiten zusammen. Wählen Sie als Zeitraum die letzten 30 Tage. So haben Sie genug Zahlen, um Trends zu erkennen, aber die Liste bleibt trotzdem noch halbwegs übersichtlich.
- Finden Sie Suchphrasen, die erkennen lassen, daß Nutzerinteresse und Textinhalt nur zum Teil übereinstimmen? Lassen Sie sich für diese Begriffe die Verweildauer anzeigen. Niedrige Verweildauern sind ein Indiz für unzufriedene Nutzer.
Jetzt wissen Sie, wo die Nutzer der Schuh drückt. Jetzt ist es Ihre Entscheidung, ob Sie diese Lücke stopfen wollen oder ob es sich bei diesen Besuchern um Irrläufer handelt, deren Interessen Sie auf Ihrem Blog sowieso nicht behandeln.
Das war´s
Das war´s für den Anfang. Fehlt was, ist etwas unklar geblieben, soll ich bestimmte Bereiche vertiefen?
Lassen Sie es mich wissen, dazu ist das Kommentarfeld ja da.
Und was sagen Sie?