Verstehen Sie Ihren SEO-Vertrag?
Ein Blick hinter die Kulissen der SEO-Verträge. Was die angepriesenen Leistungen wirklich wert sind. Vielleicht finden Sie ja die eine oder andere Passage auch in Ihrem SEO-Vertrag.
©Joachim S. Müller
SEO-Verträge können gefährlich werden
Dieser Vertrag stammt von einer SEO-Agentur, deren Name nichts zur Sache tut und die sich in der "Über-uns"-Sektion wie folgt beschreibt:
- Spezialist für Online Marketing
- Verfügt über ein breites Netzwerk aus innovativen Techniken und Experten
- Langjährige Erfahrung aus 5.500 Kundenprojekten
- Entwickelt innovative, auf den Kunden zugeschnittene Lösungen
- Innovative Entwicklungsabteilung bringt stetig neue Produkte und Tools heraus
- Steht total auf das Wort "innovativ" (ok, das kommt jetzt von mir)
Zuerst die einmaligen Leistungen
Das Angebot
Wir prüfen manuell, ob Ihre Webseite in den wichtigsten Suchmaschinen eingetragen ist und melden diese ggf. an. Überprüft wird der Eintrag in Google, Yahoo! und Bing.
Das steckt dahinter
Wie viel Kompetenz braucht man, um "www.meinesite.de" in das Suchformular einzugeben und dann [Enter] zu drücken? Und um dann den Browser auf www.google.de/addurl zu schicken braucht man kein auch kein Abi.
Das Angebot
Wir überprüfen Ihre Auffindbarkeit in den wichtigen und suchmaschinenrelevanten Portalen ODP (dmoz.org) und Google Maps. Sofern Sie nicht bereits eingetragen sind melden wir Sie mit Ihren uns übermittelten Unternehmensdaten an.
Das steckt dahinter
Dazu brauche ich keinen Dienstleister. Der Eintrag in Google Maps ist in 10 Minuten erledigt und DMOZ ist tot. DMOZ war schon immer berüchtigt für seine korrupten Editoren und ewige Wartezeiten. Selbst thematisch passende und gepflegte Sites werden nicht oder erst nach jahrelanger Wartezeit aufgenommen wenn der Verwalter einer Kategorie Konkurrenz wittert und seine Projekte schützen will. Internet Marketer und SEOs aller Couleur haben und hatten das stärkste Interesse sich des ODP zu bemächtigen und genau das haben sie über die Jahre hinweg auch getan.
Fazit: 1996-2000 war die Zeit der Web-Kataloge. Da wurde DMOZ groß und wir haben den deutschen Yahoo!-Katalog aufgebaut. Aber diese Zeiten sind unwiderruflich vorbei. Yahoo! hat seinen Katalog aufgegeben und wer – außer den SEOs – kennt DMOZ?
Das Angebot
Außerdem erhalten Sie einen Premium Eintrag auf Stadt-Katalog.de
Das steckt dahinter
Wozu soll der denn gut sein? Der Stadt-Katalog wird von SEO-Kumpels betrieben. Ich zitiere von der "Über uns"-Seite:
Stadt-Katalog ist ihre Agentur für Suchmaschinenoptimierung (SEO) mit lokalem Schwerpunkt.
Das wird ein Link-Tausch-Deal der beiden SEO-Agenturen sein. Ich habe noch nie von Stadt-Katalog.de gehört, das ist auch wieder so eine SEO-Zombie-Site mit Null Mehrwert, die einfach nur das Internet verstopft.
Das Angebot
Wir installieren Ihnen ein Inhaltsverzeichnis (Glossar), um die interne Verlinkung Ihrer Homepage zu verbessern.
Das steckt dahinter
Ja was jetzt, ein Inhaltsverzeichnis oder ein Glossar oder beides?
Im Internet gibt´s keine Seitenzahlen. Deshalb bezeichnet man ein Inhaltsverzeichnis im Web als Navigation.
Meine Vermutung bezüglich des Glossars: Das wird so eine typische lieblose SEO-Linkliste sein, die einfach nur als Mastfutter für den Google-Bot gedacht ist. Für die meisten Web-Sites im übrigen kompletter Schwachsinn. Wer braucht ein Glossar zum Thema Oberbekleidung?
Kleid = Oberbekleidung für weibliche Menschen. Bedeckt den Oberkörper und Teile oder die gesamten Beine.
Hose = Auch Beinkleid genannt. Kann von Männern, Frauen und Kindern angezogen werden
Rock = Wie Kleid, aber der Oberkörper wird nicht bedeckt, siehe auch: Bluse, T-Shirt.
Das Web ist voll von diesem SEO-Mulch. Content-Web-Sites, die sich mit einem Fachthema beschäftigen brauchen ein Glossar, bei allen anderen Sites ist ein Glossar nur SEOinduzierter Linkschlonz.
Das Angebot
Wir installieren Ihnen die Google (XML) Sitemap, sofern Zugriff auf Ihren Webserver möglich ist. Sitemaps sind sehr hilfreich um sicherzustellen, dass alle Ihre Unterseiten durch die Suchmaschinen erfasst werden.
Das steckt dahinter
Nett, bringt aber nichts fürs Ranking und ist auch in 5 Minuten erledigt.
Das Angebot
Zu Beginn eines Optimierungsprojekts erfolgt eine umfangreiche technische Webseitenanalyse
Das steckt dahinter
Dafür gibt´s entsprechende Tools. Wenn die Web-Site nicht gerade Amazon-Ausmaße annimmt, liegt die technische Analyse in 10 Minuten vor. Dann noch mal 2 Stunden Auswertung und gut ist. Letztendlich sind es doch immer wieder die gleichen Fehler, die gemacht werden. Bei 5.500 Kundenprojekten sollte da schon einiges an Erfahrung zusammengekommen sein.
Das Angebot
Die Suchbegriffsfindung gehört zu den elementaren Bestandteilen eines Optimierungsprojektes. Auf Basis der von Ihnen Suchbegriffe und Suchbegriffskombinationen erhalten Sie eine professionelle Suchbegriffsberatung, welche sich am realen Nutzerverhalten bei Google orientiert.
Das steckt dahinter
Auch dafür gibt´s Tools. Ganz primitiv: Das Google Adwords-Tool, aber auch Tools wie die Sistrix-Toolbox oder SEOlytics helfen hier bei der Arbeit.
Dann muss man Begriffscluster bilden und sehen, wie das Verhältnis von Reichweite und Konkurrenzdruck für jeden einzelnen Begriff ist. Mit diesen Kennzahlen steigt man dann in die Textüberarbeitung ein.
Auch dafür gibt es Tools.
Die Suchbegriffsfindung ist eines der zentralen Themen. Ich habe das schon mehrfach durchgeführt und habe dafür - ohne Spezial-Tools - gut 5 Stunden gebraucht. Danach hatte ich dann eine paßgenaue Liste mit den wichtigsten Synonymen, Falschschreibungen und Mehr-Wort-Suchen.
Das Angebot
Auf Basis der in der Analysephase definierten Suchbegriffe und Suchbegriffskombinationen erstellen wir suchmaschinenoptimierte Texte, welche die Relevanz Ihrer Seite(n) in den Suchmaschinen erhöht.
Das steckt dahinter
Diese Bot-fixiertheit führt dann zu so grauenvollem Zeug, wie diesem Text hier. Geschrieben von 4€-Textsklaven, die man auf den entsprechenden Sites anheuert.

Texte werden mit Gewalt auf SEO getrimmt und jeder Mensch wendet sich mit Grausen.
Die meisten SEOs sind Techies. Texte sind für diese Menschen keine Träger von Information und Emotion, sondern Rankingfraß für den Bot. Hauptsache die Keyworddichte stimmt, es gibt eine H1-Überschrift und die ganzen Keys werden fett dargestellt.
Ein Volbluttexter würde sich dagegen an die behutsame Restaurierung der bestehenden Texte machen und versuchen einen Text zu gestalten, der zwar die SEOrelevanten Suchwörter enthält, aber trotzdem gut lesbar ist.
Das Angebot
Webkataloge erfreuen sich großer Beliebtheit in der Internetwelt. Gut geführte Webkataloge ermöglichen die strukturierte Suche nach Themen oder Branchen und entsprechen somit auch den Anforderungen der Suchmaschinen. Webkataloge und Webverzeichnisse erreichen dadurch oft gute Platzierungen in Suchmaschinen und liefern gute Backlinks für Ihre Homepage. Nachdem die Analysephase abgeschlossen wurde, tragen wir Sie in 40 Webkataloge ein.
Das steckt dahinter
Und in den Google Webmasterforen ist zu lesen:
- Webkataloge haben es prinzipiell schwer
- Abwertung meiner Existenz: Betreiber eines Web-Katalogs sieht seinen Katalog abstürzen
- Webkatalog drastisch abgewertet
- Noch einmal zusammengefasst: Welche Kritikpunkte gibt es bei Webkatalogen?
Soviel zum Thema: Web-Kataloge liefern wertvolle Links. Achten Sie doch im Zukunft mal darauf, wie oft Ihnen Google bei einer Suche einen Web-Katalog als Ergebnis vorschlägt. Dann können Sie die Behauptung "gute Platzierungen" selbst überprüfen.
Das Angebot
Wir melden Sie bei den Google Webmaster Tools an.
Das steckt dahinter
OK, also einfach nur anmelden, oder was? Danke, das kann ich selbst in 5 Minuten erledigen. Bekomme ich auch Erläuterungen, wie ich die ganzen Zahlen zu nutzen habe? Und warum muss ich mich überhaupt bei dem WM-Tools anmelden? Da bin ich als Kunde ja schon mit zwei Accounts am hantieren. Können die innovativen Programmierer nicht innovative Tools entwickeln, so dass ich nicht auf zwei Hochzeiten tanzen muss?
Der Preis
Für diese Jobs werden – preisreduzierte – 2.500 € fällig. Der SEO-Stundensatz liegt bei 50 € – 90 €, also stecken in diesem Preis 28 bis 50 Stunden SEO drin.
50 Stunden SEO für was eigentlich?
Die einzig werthaltigen Arbeiten sind die Homepage-Analyse, die Suchbegriffsbestimmung und die Textüberarbeitung. Den Rest kann man in der Mittagspause selbst erledigen.
Mein Tipp
Suchen Sie sich für die Onpage-Optimierung einen gescheiten Usability-Experten, der SEO-Tools einsetzt. Die Usability-Leute sind nicht so technikgetrieben wie die SEOs, sondern haben den Nutzer ihres Angebots im Blick. Die Regel "Ist der Nutzer zufrieden, freut sich der Bot" ist immer noch gültig. Eine benutzerfreundliche Web-Site ist praktisch immer auch aus SEO-Gesichtspunkten gut.
Laufende Arbeit
Das Angebot
Linkpopularität - Im Laufe der Jahre haben wir ein umfangreiches Netzwerk an thematisch ausgerichteten Webseiten aufgebaut. Auf diesen themen- und branchenspezifischen Seiten werden redaktionelle Beiträge zu den von Ihnen vorgegebenen Suchbegriffen erstellt und mit Ihrer Webseite oder thematisch passenden Unterseiten Ihres Internetauftritts verlinkt. Diese Themenlinks bleiben Ihnen während der gesamten Vertragslaufzeit erhalten.
Web-Sites in Geiselhaft
Das steckt dahinter
Das ist das totale Customer-Lock-in. Erst anfixen und dann abhängig machen. Da kann ich ja gleich SEM machen, das ist wenigstens ehrlicher Traffic-Kauf!
Ok, warum die Aufregung? Hier ist folgendes passiert:
Die Agentur hat sich ein Linknetzwerk aufgebaut und nutzt dieses als Ranking-Nachbrenner. Für die Agentur ein leichtes Spiel. Ihre Web-Site wird per Script vollautomatisch jeden Monat mit neuen optimierten Backlinks versorgt. Google wird so eine steigende Popularität der Site vorgegaukelt.
Es gibt dabei nur zwei Probleme:
- Problem 1: In Mountain View mag man Linknetzwerke nicht so gern.. Wenn Google die Sache durchschaut, werden die Links entwertet und damit rauscht Ihre Web-Site ins Bodelose. Traffic ade.
- Problem 2: Sie kündigen die Geschäftsbeziehung, auch dann sind die Links futsch und damit das Ranking.
Sämtliche Linkbuilding-Euros zum Fenster herausgeworfen. Sie haben sich kein eigenes Netzwerk, keine eigene Reputation erworben, sondern wie beim SEM einfach nur Traffic eingekauft.
Das Angebot
Über die gesamte Vertragsdauer pflegen wir Ihre Optimierung, sodass Sie den jeweils gegenwärtigen Richtlinien der Suchmaschinenbetreiber entsprechen.
Das steckt dahinter
Da gibt´s nicht viel zu pflegen, die Richtlinien der Suchmaschinen haben sich seit Jahren nicht geändert. Die wollten schon immer Relevanz, rücken bis heute nicht davon ab und werden das auch in Zukunft wollen.
Anpassen - optimieren wollen wir das mal nicht nennen - muss man nur, wenn man in graue oder sogar dunkelgraue Bereiche des SEO vorstößt und die SuMas einem dann draufkommen. Dann muss man das tun, was unsere Politiker auch immer tun, nämlich "zurückrudern". Im SEO-Jargon heißt das "optimieren".
Das Angebot
Außerdem überwachen wir den Erfolg der bereits getroffenen Maßnahmen und schaffen somit die Voraussetzungen für den stetigen Erfolg in den Suchmaschinen.
Das steckt dahinter
Wieder so eine Worthülse. Natürlich Erfolgskontrolle! Aber wird denn konkret gemacht? Darüber schweigt sich der Vertrag aus. Hier ist Transparenz gefragt. Wie viele Stunden werden denn im Monat für welche Pflegemaßnahme aufgewendet?
Das Angebot
Mit Ihrem persönlichen, passwortgeschützten online Kundenmenü erhalten Sie unmittelbaren Zugriff auf sämtliche Ihre Optimierung betreffenden Informationen. …
Das steckt dahinter
Hier kommt jetzt im Vertrag ein ellenlanger Text voller Allgemeinplätze. Ist doch eine Selbstverständlichkeit, dass der Kunde webbasierten Zugriff auf die Daten hat. Was soll das Getröte um innovativ, webbasiert, weltweit jederzeit Zugriff, blah, fasel... Verbale Nebelkerze!
Das Angebot
Eigenes E-Mail-Postfach - Dieses Postfach dient der Anmeldebestätigung in Suchmaschinen, um Ihre geschäftliche E-Mail Adresse vor unerwünschten Werbenachrichten (Spam) zu schützen.
Unter die Spammer gefallen
Das steckt dahinter
Hochinteressant! Wo kommt der Spam denn her? Materialisiert der sich aus dem Nichts oder kommt der womöglich von den Webkatalogen und Suchmaschinen, bei denen meine Site zu SEO-Zwecken angemeldet wird? Was sind denn das für Linkquellen? Will ich da mit meiner Web-Site überhaupt auftauchen? Was bringt mir ein Backlink von einer Spamschleuder? Bestenfalls nichts. Google sieht einfach "Null Authority" und wertet den Link nicht.< br/>
Worst Case: Google sieht mich in einer "bad neigborhood", d.h. als zwielichtige Person und verfrachtet mich in die Sandbox und das war´s dann mit dem Ranking.
Das Angebot
Auf Wunsch melden wir Ihre Webseite automatisch in ca. 100 Suchmaschinen an
Das steckt dahinter
Geldschneiderei. Google ist für 95% des Suchtraffics verantwortlich. Yahoo! und Bing teilen sich die restlichen 4,9%. Kunden kommen da keine, also wieder nur Backlinkstrategie. Problem hier: Die meisten Suchmaschinen verlinken nicht direkt, sondern über Redirects und Javascripte, um den ausgehenden Traffic zu messen. Da wird nicht viel Linkpower übertragen.
Der Preis
Für diese Leistungen werden sagenhafte 3000 € pro Monat fällig. Wer bereit ist, sich in die Referenzliste aufnehmen zu lassen und den Hinweis "Optimierung von [SEO-Firmename]“ im Quelltext seiner Site unterzubringen erhält 500 € Rabatt.
Ich frage mich nur, wieso ist das einen 17% igen Rabatt wert? Sind die 3.000 € ein Mondpreis oder bringt der Vermerk im Quelltext soviel an Ranking und Neugeschäft, dass der 500 €-Nachlass dadurch kompensiert wird?
Fazit
Was gibt’s für monatlich 2.500 €? Automatisch generierte Backlinks aus einem Linknetzwerk und nicht weiter konkretisierte Pflegeversprechungen. Das ganze aber optisch gut verpackt und dargeboten in einer Sprache, die den Kunden glauben lässt, er habe verstanden worum es geht, die aber letztendlich der SEO-Agentur alle Optionen offenläßt.
Mindestlaufzeit: 12 Monate, wir reden hier also von preisreduzierten 32.500 € SEO-Budget, wer den vollen Preis bezahlt landet bei knapp 40.000 €.
Erschütternd, aber was soll man von einer Agentur, die auf ihrer Job-Seite keine SEOs, sondern Callcenter-Mitarbeiter zur Telefonaquise sucht groß erwarten?
Birte Harders sagt:
(27.4.2010 - 7:35 Uhr)
Vielen Dank für diesen Beitrag! Gerade wurde mir auch ein SEO-Angebot mit ‘super Konditionen’ für meinen neuen Shop von einem ‘freundlichen’ Call-Center-Mitarbeiter unterbreitet.
Besonders wertvoll war der Hinweis, daß er direkt im Anschluß an unser Gespräch einen Telefontermin mit einem Webseitenbetreiber, der auf die gleichen Begriffe optimieren will, sprechen wird… Selbstverständlich würde nur eine Seite in den Genuß der Zusammenarbeit mit dieser Firma kommen!!!! Schon allein mit dieser Druckmethode hatte er sich und seine Firma in meinem Augen ins Aus geschossen!
Obwohl ich mir nach dem Gespräch sicher war, daß das nicht der Weg ist, wie ich meine Seite langfristig etablieren kann, blieben doch einige Zweifel zurück…
Ihr Beitrag hat mich nun in meinem Nein zu diesem Angebot bestärkt und letzte Zweifel aus dem Weg geräumt. Vielen Dank dafür!!!
meyerbernd sagt:
(27.4.2010 - 7:49 Uhr)
Danke für diesen Text. Er hat mir heute schon ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert.
Besonders die Texte die mit Gewalt auf SEO getrimmt werden sind ein echtes Übel und verleiden potentiellen Kunden die Lust bei einer solchen Seite einzukaufen.
Wenn dazu Unkenntnis der deutschen Rechtschreibung einhergeht ist das fast tödlich für die beworbene Seite.
Andreas sagt:
(27.4.2010 - 8:46 Uhr)
Genau so werden schon seit geraumer Zeit unwissende Kunden abgezockt. Ich kenne etliche Shop Betreiber, die viel Geld für solche Dinge oder irgendwelche SEO Kurse und Analysen ausgegeben haben und am Ende feststellen mussten, das das Preis-Leistungsverhältnis einfach nicht stimmt. Wer da noch nach “SEO Zertifikaten” für angeblich geprüfte Agenturen schreit, hat einfach nicht verstanden, wo die eigentliche Problematik liegt.
teena sagt:
(30.4.2010 - 21:34 Uhr)
Hm
Das mag ja alles ganz lustig sein hier aber auf der anderen Seite könnt ich mir auch mein Auto selber bauen
Stellt sich die Frage warum ich das nicht mache. ...
weil mich BMW abzockt?
Evtl brauch ich gar nicht alles was im Auto ist. ...
Ach ne, das ist weil ich mich nicht in alles einarbeiten will.
Klar muss man aufpassen aber das gilt für überall und immer ist auch was sinnloses dabei.
Fazit: Der Artikel sagt am Ende gar nichts aus
almen sagt:
(3.5.2010 - 14:01 Uhr)
Hallo! Also, mein täglich Brot ist SEO und weitere Disziplinen des Online Marketings (Online PR, SEA, Social Media, Online Media) und ja, ich arbeite für eine Online Marketing Agentur. Ich bin von diesem wenig seriösen und merklich diletantisch recherchierten Artikel negativ überrascht… Ja, gerade im SEO gibt es so einige schwarze Schafe auf dem Markt - wie in jeder anderen Dienstleitsung auch. Doch werden hier alle über einen Kamm geschert - auch die Guten. Ich kann nur sagen, dass man bspw. nicht jede Seite gleich behandeln kann und somit alleine schon alleine die technische Analyse seine Zeit braucht - eben keine 10 Minuten, sondern mehrere Tage, sind es 2.000+ Seiten, um für den Kunden das Optimum heraus holen zu können. Ein genaues Eingehen auf alle Einzelheiten hier würde den Rahmen sprechen. Doch dem Verfasser dieses Artikels kann ich nur mein herzlichstes Beileid aussprechen: SEO nicht verstanden - auch, wenn einzelne Aussagen durchaus richtig sind. Schade, dass einige Leser diesen Worten dennoch glauben schenken.
Albert Warnecke sagt:
(3.5.2010 - 21:57 Uhr)
@almen und @teena: Ich analysiere in meinem Posting einen konkreten SEO-Vertrag und stehe weiterhin zu meiner Analyse. Dieses Angebot ist und bleibt eine Schande für die ganze SEO-Zunft.
Zum BMW-Argument von teena: Es geht nicht darum, das “etwas Sinnloses mit dabei ist”. Um im Beispiel zu bleiben: Ich bemängele nicht die Sitzheizung als Weichei-Feature, sonder warne dafor, daß die Bremsen nicht funktionieren.
Und am Ende sagt mein Artikel nicht “nichts aus”, sondern zeigt klar auf, wieviel heiße Luft sich hinter vielen Phrasen verbirgt und wie man als Vertragspartner hier einfach abgezockt werden soll.
Sie wollen doch nicht ernsthaft die im Vertrag angebotenen Linkbuildingmaßnahmen verteidigen?
almen wirft mir vor, dilettantisch recherchiert zu haben. Ich habe üerhaupt nicht recherchiert, weil es nichts zu recherchieren gab. Ich habe einfach diesen einen konkreten Vertrag genommen, gelesen, verstanden und dann in eines Sprache übersetzt, die jeder versteht. Wenn das bedeutet, daß ich alle SEOs “über einen Kamm schere”, dann bedeutet das doch wohl, daß dieser Vertrag kein Ausreißer ist, sondern die Norm.
Und diese Aussage von jemandem, der als SEO arbeitet. Würd´ ich mich nie trauen.
Was den Vorwurf “SEO nicht verstanden” angeht: Inwiefern habe ich SEO nicht verstanden, wenn ich einen Eintrag in Google Maps oder die Installation einer Sitemap nicht für eine relevante Dienstleistung halte?
Ich verstehe SEO als eine Marketingmaßnahme, die die ihre Wirksamkeit nachhaltig und transparent beweisen muß. Genau wie jede andere Marketingmaßnahme. Und genau diese fehlende Transparenz und Nachhaltigkeit habe ich in meinem Artikel kritisiert.
Ich frage mich nur, warum sowohl teena, wie auch almen anonym gepostet haben? Keinen Mut, keine Kompetenz (erst seit gestern SEO, aber heute schon Experte) oder doch etwas zu verbergen?
shan_dark sagt:
(19.5.2010 - 12:10 Uhr)
Ich finde den Beitrag bzw. die Analyse sehr gut und richtig wichtig. Genau solche Blender-Agenturen mit den beigefügten Phrasen gibt es nämlich im Geschäft. Mir ist auch noch schlimmeres untergekommen oder eher gesagt - viel inkonkreteres. Nicht in speziellen SEO-Verträgen, sondern eher: wir führen die Suchmaschinen-Optimierung für Ihre Webseite durch. Das wird dann so akzeptiert (mehr steht da auch nicht) und im guten Glauben an etwas, das man gar nicht kennt, Unsummen von Euro bezahlt. Aber das ist nicht die Norm. Genauso gibt es auch seriöse Agenturen, die andere Verträge aufsetzen. Aber da ist eben auch der Kunde gefragt.
Deine “Das steckt dahinter”-Analyse ist meistens richtig und lesenswert formuliert. Die einzigen beiden Punkte, denen ich nicht zustimmen kann sind, sind a) Keyword-Definition/Analyse und b) Erstellen suchmaschinenoptimierter Texte.
Bei a) sollte man sich schon mal mehr als 5h Zeit nehmen. Klar gibt es Tools, die unterstützen, aber je nach Domain, Zielgruppe, Umfang kann das durchaus viel aufwändiger sein. Und die Zeit sollte hier auch investiert werden, weil grundlegend. Da muss man dann acuh mit dem Kunden noch mal in die Bütt gehen, abstimmen etc.pp. Find ich also zu niedrig und bisschen - naja - “banal” angesetzt. Kann aber auch dran liegen, dass ich darauf viel Zeit verwende, weil ich es für einen der wichtigsten Punkte überhaupt erachte bei SEO.
Zu b) Erstellen suchmaschinenoptimierter Texte: nun, das muss nicht zwangsläufig in solchen Robotfraß-Texten enden, kann aber. Es hängt immer an der Agentur und dem Texter. Manche machen das richtig gut.
Aber ansonsten - stimme ich dir zu.
Und was sagen Sie?