Verlage betteln um Reklame
Normalerweise pitchen Agenturen gegeneinander um Werbeetats. Die Mediaplaner der Gewinneragentur verteilt dann die Werbespendings auf die verschiedenen Medien.
Das war einmal. Bei der W&V gefunden:
Die Bündelung der Etats für Printwerbung wird zunehmend zur Praxis. Der niederländisch-britische Konsumgüterkonzern Unilever wird seinen Printetat für 2010 in Deutschland nach W&V-Informationen auf drei Verlage konzentrieren.
Jetzt müssen also auch die Verlage in die Bütt und sich im Assessment-Center um die Reklame bewerben. Für die Werbetreibenden doppelt gut: Zum einen gibt´s Rabatte und zum anderen wird die kritische Berichterstattung gleich mit eliminiert.
Welche Redaktion kann es sich schon leisten einen Millionen-Kunden zu verprellen? Die Budgets sind fest eingeplant. Ein unzufriedener Kunde kann da schnell den eigenen Arbeitsplatz kosten. Natürlich nicht sofort. Die Kunden sind Profis, der Vertrag wird erfüllt, aber die Anschlußverhandlungen könnten sich schwierig gestalten...
Jeder Verlagsgeschäftsführer wird seine Redaktion das schon verklickern.
Keine der beteiligten Parteien war übrigens gegenüber der W&V zu einer Stellungnahme bereit. Und das in einer Branche, die sonst als eher geschwätzig bekannt ist.
Und was sagen Sie?