Alles Sirenengesänge: Geld verdienen mit Werbung

Mit Werbung nennenswerte Summen einzunehmen wird für die meisten Webmaster immer ein Traum bleiben.

©WikipediaGeld verdienen mit Werbung ist mühsamEin mühsames Geschäft

Die Fakten

Der TKP ist in den letzen zwei Jahren um 75% eingebrochen. 2008 lag der Brutto-TKP bei 20 €. 2009 wurden dann nur noch netto 4 € bezahlt (bei einem Listenpreis von 18 €).

Bei den Klicks sieht es nicht besser aus. Ein Klick geht für durchschnittlich 0,25 € über die Theke.

Preise am Boden und dazu noch eine Auslastungsquote von gut 30%. Das sieht nicht nach einem baldigen Preisanstieg aus. Der EU-Milchsee und der Brüsseler Butterberg mögen ausgetrocknet und abgebaut sein, aber dafür haben wir ein zig Fußballfelder großes Überangebot an Werbeplätzen. Ein Fußballfeld ist 105 m x 68 m groß. Ein MREC (300x250 Pixel) ist ca. 8 cm x 6,5 cm groß. Es passen also gut 1 Million Banner auf ein Fußballfeld.

Genug Überschuß-Inventar für einen soliden Käufermarkt.

Wenn man seine Web-Site nicht selbst vermarktet, sondern vermarkten lässt, dann sieht man auch keine 4 €. Der Anzeigenkunde zahlt die 4 € an den Vermarkter und der schüttet so rund 70% an sein Netzwerk aus. Macht 2,80 € für 1.000 Seitenabrufe.

Darf´s ein bisschen mehr sein?

Wenn im Monat 5.000 € bei der Sache rumkommen sollen, braucht man 1,8 – 2 Millionen Seitenaufrufe.

2 Millionen Seitenaufrufe bedeuten bei 4 Seitenaufrufen pro Besuch 500.000 Besuche pro Monat. Zum Vergleich: In der 500.000-Visits-Klasse spielen Angebote wie: Öko-Test, Capital.de oder GQ.com. Das sind schon richtig dicke Brummer mit einer bekannten Offline-Marke und redaktioneller Mannschaft. Nichts, was man als Einzelkämpfer mal so aus dem Boden stampft. Die aktuellen IVW-Nutzungsdaten sind hier zu finden.

Im Zweifel für den Angeklagten

Bei dieser Rechnung habe ich dem Publisher zwei Dinge zugestanden, die eher unrealistisch sind:

  1. 100% Auslastung der Site
  2. 100% TKP-Werbung, d.h. kein Remnant-Inventory, dass über Adsense oder einen Restplatzverhökerer weggeht.

Meine Rechnung deckt sich mit den Aussagen von

Ralf Scharnhorst, Geschäftsführer von der Beratungs- und Planungsagentur Scharnhorst Media. Er sagt:

Die kleineren Kunden, die wir beraten, haben etwa 3 Mio. Ad Impressions im Monat. Das führt etwa zu monatlichen Werbeerlösen von gut 2.000 EURO. Ab dieser Größe fängt es erst an, interessant zu werden.

Jan Schlüter, ehemaliger Geschäftsführer beim Vermarkter TripleDoubleU, sagt:

Vor wenigen Jahren konnte ein Online-Werbeträger mit ca. 60.000 bis 100.000 Unique User sehr gute Umsätze erzielen, z.B. bei Reise- und Autoportalen. Doch die Zeiten sind vorbei. Wer mit seiner Webseite einfach alle ansprechen will, hat es besonders schwer, sich allein nur von Werbung zu finanzieren. Dann braucht man heutzutage deutlich mehr als 1 Mio. Unique User und einen wirklichen USP.

Quelle für beide Zitate: Adzine Nr. 2/2010 vom Januar 2010.

Und auch der Werbeblogger schreibt: Professionelle Vermarktung von Blogs. Das schnelle Geld gibt es nicht.

Wenn es mit der Werbung klappt, wie bei Sascha Pallenberg von Netbooknews, dann nur, weil er sich mit sehr viel Leidenschaft und Kompetenz extrem fokussiert. Netbooks und sonst nichts ist das Thema seiner Site. Dafür saust Meister Pallenberg dann einmal pro Monat um den Globus.

Mehr zum wieso, weshalb, warum im Interview bei Leander Wattig.

Nachtrag

Selbständig im Netz listet die Einnahmen von 14 englischsprachigen Blogs auf. Erbärmlich kann man da nur sagen.

 

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