Facebook - Schluß mit Lustig
The Zuck hat´s ein bißen übertrieben mit seiner Verachtung für den Datenschutz. Jetzt kündigen die ersten Ihre Accounts. Wundert mich nicht. Ich habe die Social Networks immer schon sehr bewußt zu meinem Vorteil eingesetzt.
©Joachim S. Müller
Facebook sah auch schon mal besser aus
Kritische Facebook-Presseschau
"How to delete my Facebook Account" - bei Google als Sucheingabe gerade stark im Trend. Und auch sonst kriegt "The Zuck" von allen Seiten Zunder.
- Ein richtig stinkiger Jason Calacanis wirft Zuckerberg vor ein gewissenloses Kameradenschwein und gerissener Plagiator zu sein.
- Sehr schöne Grafik von Matt McKeon zeigt, wie die Facebooks Datenschutzrichtlinien mit der Zeit immer weiter erodieren.
- Zynga (die Farmville-Jungs) bereitet sich auf auf schwere Auseinandersetzungen mit Facebook vor. TechCrunch berichtet.
- Dan Yoder hat als VP of Engineering die technische Seite im Blick. Er zeigt auf, was es mit den ganzen Application-Sharing auf sich hat: Facebook über mittelt alle Daten eines Accounts an alle Applikationen, die auf den betreffenden Account zugreifen dürfen. Das Thema private versus öffentliche Daten hat sich damit erledigt.
- Jeff Jarvis arbeitet in diesem Text den feinen Unterschied zwischen "der Öffentlichkeit" und "einer Öffentlichkeit" heraus.
- Delete your account - die Web-Site für alle, die raus wollen.
Meine Social Media Strategie
Eigener Herd ist Goldes wert. Ich lebe nicht zur Miete, sondern habe mit Bandikutmedia etwas Eigenes. Xing, Facebook und Linkedin sind nur Brückenköpfe. Ich zeige Präsenz und man kann mich über die internen Mail-Systeme der Netzwerke erreichen, aber das war´s dann auch schon. Das hat für mich drei Vorteile:
- Vereinfachte Datenpflege. Wenn es etwas über mich zu sagen gibt, packe ich das auf die About-Seite von Bandikutmedia und bin fertig. Daten müssen zentral gepflegt werden - alte Datenbanker-Weisheit.
- Sämtliche AGB- und Datenschutzänderungen der Netzwerke sind mir egal. Wer bin ich denn. Alle zwei Wochen eine AGB-Exegese um zu prüfen, ob ich das jetzt noch mittrage? Nö, mag nicht!
- Ich habe die Kontrolle über meine Daten. Egal, was die AGB der Netzwerke sagen: De facto bin ich als einzelner Nutzer zu schwach, um das Löschen meiner Daten, bzw. die kommerzielle Nutzung durch das Netzwerk zu unterbinden. Die andere Seite hat die besseren Anwälte.
Dazu kommt: Warum soll sich das Netzwerk mit meinen Daten die Taschen füllen und ich gehe leer aus?
Wie jede Marketingmaßnahme muß auch das Engagement auf einem Social Network auf die eigene Marke einzahlen und sich rechnen. Für ein Social Netzwerk ist Ihre Präsenz nichts weiter als Anzeigeninventar. Wieder eine Seite, die man mit Werbung vollpacken kann. Je besser Sie Ihre Seiten pflegen, umso teurer kann das Netzwerk die Werbeplätze dort an Anzeigenkunden verkaufen. Sind Sie deshalb Mitglied im Netzwerk geworden?
Ziel muß es sein, die Nutzer vom Social Network auf die eigene Präsenz zu bringen und dann dafür zu sorgen, daß diese Menschen in Zukunft die eigene Site besuchen ohne den Umweg über Google oder Facebook zu nehmen. Eben klassisches Brandbuilding und Kundenbindung. Denn, wie schreibt Frau PR Doktor: Dein Twitter gehört dir nicht!
Apropos Twitter:
Twitter ist für mich ein Inbound-Medium. Von den Leuten, denen ich folge erwarte ich einen steten Strom an interessanten Links. Linklose Befindlichkeits-Tweets mag ich nicht. Ich suche noch ein Tool, mit dem ich diesen Kram ausfiltern kann.
Twitter ist für mich das optimale Tool, mit dem ich Updates zu einem sehr breit gefächtertes Interessenspektrum von Web Design über Venture Capital bis zu netzpolitischen Themen kompakt frei Haus geliefert bekomme. Sozusagen meine maßgeschneiderte dpa.
Outbound ist Twitter für mich ein reines Marketing-Tool zur Verbreitung meiner Blog-Artikel. API sei Dank landen die Ankündigungen nicht nur auf Twitter, sondern auch auf Facebook und Mister Wong.
Deshalb danke ich meinen Followern, muß euch aber sagen: Mehr als zwei bis drei Tweets pro Woche sind nicht drin. Und es wird eigentlich immer Zeugs von mir sein. Sorry, mehr ist nicht.
An anderen Social Media-Tätigkeiten nehme ich nicht teil. Es sei denn, das Bookmarken bei delicious zählt als Social-Media-Aktivität.
Und was sagen Sie?