Ein weiterer SEO-Sargnagel
2004 hat Google ein Patent eingereicht, daß am 11. Mai 2010 gewährt wurde. Es ist davon auszugehen, daß Google die jetzt patentierten Algorithmen schon länger einsetzt.
©Joachim S. Müller
Neues Patent - Google zeigt seine Zähne
Das Patent
Ranking documents based on user behavior and/or feature data
Invented by Jeffrey A. Dean, Corin Anderson and Alexis Battle
Assigned to Google Inc.
United States Patent 7,716,225
Granted May 11, 2010
Filed: June 17, 2004
Was wurde patentiert?
Link ist nicht gleich Link. Google geht von einem sogenannten "reasonable Surfer" aus. Links, auf die dieser Otto-Normal-Surfer klicken würde, haben ein höheres Gewicht.
Wenn ein Bot die Seite besucht, versucht er sich ein Bild von den Links zu machen, die er auf der Seite antrifft.
- Wie ist die betreffende Seite im Gesamtkonstrukt Web-Site aufgehängt? Index-Seite, Kategorie-Seite, Impressum...
- Wo auf der Seite befindet sich der Link?
- Auf welche Site verweist der Link?
- Auf was für einen Seiten-Typ wird verwiesen? Titelseite, Kategorie-Seite...
- Wie verhalten sich die Besucher dieser Seite? Worauf klicken sie? Google Analytics und die Toolbar wissen es.
- Welche Suchbegriffe führten den Besucher auf diese Seite?
Das ist nur ein kleiner Auszug der Kriterienliste. Letztendlich sind es vier Kategorien, die der Bot abklopft:
- Link-Features wie Font, Farbe, Länge des verlinkten Textes, Kommerzialität des verlinkten Textes...
- Typ und Art des Quell-Dokuments
- Typ und Art des Ziel-Dokuments
- Nutzerverhalten
Auswirkungen auf die SEO-Praxis
Die Latte hängt wieder ein Stückchen höher. Es wird immer schwieriger SEO-Manipulationen und Linkkauf wirtschaftlich zu rechtfertigen. Konkret auf die vier Punkte oben bezogen bedeutet es
- Links müssen thematisch sinnvoll in den Text eingebettet werden. Übertrieben SEO-getunte Anker- und Titel-Texte machen mißtrauisch. Besser ein Link ohne Titel-Text, bei dem das Wort "hier" verlinkt ist, als ein nach allen Regeln der Kunst geSEOter Link. Unpassenden Links mit kommerziellem Text ("Handy und Geld dazu" oder "Kredit sofort") brennt Google das Kainsmal "gekauft" ein und nimmt sie aus der Wertung.
- Die ganzen SEO-getriebenen Partner- und Glossarseiten werden abgewertet. Wenn ein SEO sie auf solchen Seiten unterbringt und das als wirkungsvolles Linkbuilding verkauft ist das Unfug.
- Hier versucht Google herauszufinden, ob es sich um einen internen Verweis (meist unproblematisch) oder um ein Linknetzwerk (problematisch) handelt.
- Links, die nicht geklickt werden sind wertlos. Keine Klicks, kein Ranking. Wenn Ihre Links in irgendwelchen abseitigen Besenkammern des Webs verschimmeln, bringt ihnen das nichts. Auch für Ihre Links gilt "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit..."
Fazit
Links müssen thematisch passen, relevant sein und freiwillig gesetzt werden. Nicht Neues eigentlich, aber die Patentveröffentlichung beweist, daß Google diesen Weg konsequent verfolgt.
Links sollen also freiwillig und natürlich gesetzt werden. Die Frage ist: Warum verlinkt niemand auf Ihr Angebot? Höchstwahrscheinlich, weil sie langweilige Dutzendware anbieten.
Wie wär´s mit einem Strategiewechsel? Warum machen Sie nicht Ihr Angebot so außergewöhnlich, daß im Web darüber gesprochen wird, anstatt das SEO-Rattenrennen zu finanzieren?
Fü mich hört sich das nach einer schlauen Idee an.
Matthias sagt:
(3.9.2010 - 15:29 Uhr)
Freiwillige Links gibt es selten, aber es gibt sie. Das Problem ist nur wie man freiwillige Links bekommt, welche auch noch thematisch passend sind. Viele kleine Firmen lassen ihre Seiten von Webagenturen erstellen und diese schummeln dann öfters unter einer weiterführenden Linkliste mit vielen Autoritätsseiten auch eigene Projekte mit rein. Passende private Homepages gibt es meistens auch nicht allzuviele. Privatpersonen verlinken von sich auch öfters und das ohne Seo-Absichten. Inzwischen ist eher Facebook und Co angesagter als eigene Seiten, eventuell noch nen Gratis-Blog.
Und was sagen Sie?