Adsense, nein danke
Adsense wohin man sieht - auch und gerade auf den Kompetenz-Blogs. Warum eigentlich?
©doc
Ist es wirklich klug, Adsense zu verwenden?
Was mir vollkommen unverständlich ist: Warum packt sich jemand, der mit seinem Blog Kompetenz demonstrieren will Adsense auf die Seiten?
Kompetenz-bloggen bedeutet doch „Bekannt werden und Aufträge generieren“. Egal ob Grafiker, Journalist oder Berater: Die meisten Blogger dürften Freiberufler sein und damit die Privilegien dieses Berufsstandes in Anspruch nehmen.
Wer nach Abzug aller Steuern, Spesen und der Altersvorsorge für sich und seine Familie mehr als Hartz IV in der Tasche haben will, der braucht 10.000 € Monatsumsatz. Ja, ich weiß, das ist eine Menge Geld. Aber mit ein, zwei Funken Selbstdiziplin ist das zu schaffen.
Definiere Kompetenz-Blog
Ein Kompetenz-Blog erreicht die richtigen Leute. Viele Pageviews sind dafür kein Indiz. Pech für Andsense, wenig Inventar steht zur Verfügung. Außerdem muß der Kompetenz-Blogger natürlich am Thema bleiben, d.h. Ausflüge in die lukrativer Welt des Versicherungsvertriebs oder des Handyhandels sollten eher nicht an den Haaren herbeigezogen werden.
Noch mal Pech für Adsense, es steht eher obskures Inventar zur Verfügung. Was zum Teufel packt man auf eine Seite zum Thema „Linkökonomie des Internets“?
Schwierig, schwierig, im Zweifel geht eine Diät-Anzeige immer oder Google läuft komplett Amok und wuchtet die Gries Schleiftechnik als Hersteller von Diamant- u CBN-Schleifwerkzeugen ins Programm.
Die Einnahmen
- Gehen wir von 10.000 Uniques/Monat aus, die für 20.000 Pageviews verantwortlich sind.
- Die Banner sind nicht optimal positioniert, sondern am Seitenrand platziert.
- Die Nutzer interessieren sich vor allem für die Texte.
- Google kann die Anzeigen nicht immer optimal auf die Blog-Inhalte abstimmen, da es nicht genügend Werbetreibende in dieser Nische gibt.
- Deshalb beträgt die Klickrate 0,2%.
- Jeder Klick ist 10 ct wert.
Die Einnahmen betragen dann monatlich 4 Euro. Zum nachrechnen: 20.000 Pageviews x 0,2% x 10 ct sind 400 ct = 4 €
Da kann man jetzt ein bisschen herumspielen und am CPC oder an der Klickrate drehen, aber auf mehr als 10 € wird man nicht kommen.
Diese 10 € sind aber – steuerlich gesehen – gewerblicher Umsatz.
Das Problem
Gewerbeumsatz vernichtet Freiberuflerprivilegien
Jetzt haben wir Freiberuflerumsatz und Gewerbeumsatz und die Abfärbetheorie, welche im Einkommensteuerrecht die Umqualifizierung einer Einkunftsart bezeichnet. So steht es geschrieben.
Das bedeutet im Groben: Wenn ca. 2% der Gesamteinkünfte gewerblich sind, dann ist Schluß mit den Freiberuflerprivilegien, dann werden alle Einkünfte gewerblich.
Szenario 1:
10.000 € Freiberuflerumsatz, 10 € Gewerbeumsatz. Der Gewerbeanteil beträgt 1 Promille, da färbt nichts ab, aber steuerlich müssen die 10 € trotzdem mitgeschleppt werden. Was soll der ganze Verwaltungsaufwand für 10 €?
Außerdem sieht´s peinlich aus. Adsense auf der Seite sieht irgendwie nuttig aus – das „ich hab´s nötig“ schreit einem förmlich entgegen.
Szenario 2:
5.000 € Freiberuflerumsatz, 100 € Gewerbeumsatz. Der Gewerbeanteil beträgt 2% und schon ist man zu 100% gewerblich. Für 100 € mehr im Monat gewerbesteuerpflichtig zu werden, doppelte Buchführung betreiben zu müssen und womöglich noch in der IHK zu landen… Wahrlich, ein schlechter Tausch!
Na ja, und das in Szenario 1 zur Optik von Adsense geschriebene gilt auch hier.
Es bleibt dabei: Adsense gehört auf MFA-Blogs, aber nicht auf Kompetenz-Blogs.
Und was sagen Sie?